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Ram|pen|sau, die: (1) manisch-egozentrisch veranlagte Charaktere, die nichts unversucht lassen, ihr klägliches Talent ihren Mitmenschen auf der Bühne aufzunötigen; (2) Personen, die den Bühnenauftritt von Schauspielern, Musikern und Literaten durch einfältiges Verhalten und ihnen nicht zustehende Anwesenheit auf der Bühne sabotieren; (3) Das Kulturmagazin für Erfurt und Thüringen.
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Vorweg
Wir machen jetzt eine Zeitung. Das ist unser gutes Recht. Nicht nur weil es Presse-, Meinungs- und Nölfreiheit in diesem unserem Weltflecken gibt, sondern weil es an der Zeit ist und weil es so viele andere Zeitungen gibt und weil man uns den Vogel zeigen wird und weil wir uns wichtig nehmen und machen, uns und unser Erfurt und Thüringen und so weiter.
Wir lieben unsere Metropole, unser Dorf. Wir sind bekennende Erfurter! Das bedeutet keinesfalls, dass wir uns mit deutschtümelnden Lokalpatrioten oder bierseligen Platzhirschen in einen Topf werfen lassen. Es stinkt uns, dass man der Heimatverbundenheit den Mief des Musikantenstadels unterjubelt. Es geht uns auf die Ketten, dass man die Begeisterung für seine Heimatstadt als romantische Schrulle belächelt. Es nervt uns, wenn man Erfurtverliebte als blauäugige Puffbohnen karikiert, die ihren Ratsherren zujauchzen, wenn sie diese Stadt auf die Wetterkarte fordern.
Weder halten wir etwas von Leitkultur, noch sind wir gutgläubige Wahlopfer. Wir haben einen Standpunkt: Was uns wichtig ist, nehmen wir selbst in die Hand. Und Erfurt ist uns nun mal wichtig.
Erfurt ist aber nicht nur Gloriosa und Altstadt, Fünf-Sterne-Hotel und Ikea und Autofrühling und Domstufenspektakel, ja und neben dem Oberbürgermeister und dem Intendant der Oper leben trotz Einwohnerrückgang noch knapp 200.000 Menschen hier. Und die haben eine Breitenkultur auf dem Kasten, die sich sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen lässt. Einzigartig. Erfurtsch halt. Und wir machen jetzt eine Zeitung, die dieser erfurtschen Breitenkultur ein Plattfom bieten möchte.
Natürlich kommt in diesem Zusammenhang zunächst die Frage nach der Zielgruppe auf, weil an rjener, wie es heißt, das Produkt ausgerichtet werden muss. Pille Palle! Breitenkultur ist angesagt. Das heißt wir werden weder trendy noch elitär sein. Das Profil dieser Zeitung orientiert sich an allen, die sich für Erfurts Breitenkultur interessieren, vor allem aber an jenen, die bei diesem Projekt mitwirken. Und das ist als Einladung und Aufforderung gleichermaßen gemeint.
Klar es gibt Regeln! Klar gibt es Grenzen! Das Grundgesetz ist Gesetz, da geht nichts dran vorbei. Das ist kein Maulkorb. Kritik ist erwünscht. Aber Kritik heißt schlüssiges Argumentieren und kein ideologisches Gekeife oder Gehetze.
Vorab wird sich diese Zeitung auf schlichte 32 A4-Seiten begrenzen, die vierteljährlich erscheinen. Das heißt, nicht alles ist möglich. Deshalb gibt es Rubriken á la Alltag, Literatur, bildende Kunst, Sport u. ä. wegen der Bandbreite und ein Redeaktionsteam und -besprechungen wegen der Auswahl. Da kann man sich melden und mitmachen.
Wir machen jetzt eine Zeitung. Das kostet Geld. Den Großteil decken wir mit Eigenleistungen ab. Aber das reicht nicht. Und deshalb gibt es in dieser Zeitung Werbung. Wer uns unterstützt, den verraten wir an unsere Leserinnen und Leser der Auflage entsprechend viertausendfach. Das ist kein Kommerz. Das ist gerecht.
Wir machen jetzt eine Zeitung, die irgend wann einmal in ganz Thüringen vertrieben wird. Und weil wir keine leeren Versprechungen machen, legen wir los. Es lebe "Die Rampensau".
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