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11.2.2005, Erfurt, HsD


Erfurter Unksitzung



Zu den ersten Höhepunkten eines jeden Jahres zählen unweigerlich die zahlreichen spaßigen Faschingsveranstaltungen. Die Mitglieder der „kleinkunstbrigade Anna Kram e.V.” übten sich jedoch bislang in puncto Karnevalsunterhaltung in unwilliger Zurückhaltung. Da gab es halt Berührungsängste. Von der kniefälligen Heiterkeit der Gecken und Narren peinlich berührt, wurde immer wieder die innere Immigration gewählt. Bis einst (November 2004) King Roman an uns herantrat.

Natürlich hatten wir Lust bei der ersten Erfurter Unksitzung mitzumischen. Anfang Februar im HsD hieß es dann: „Erfordia na los!” und „Her mit den Kröten!”. Neben Acoustica, den Wannabees, Tom Göbel, Uwe Zeigerer, Paolo Fusi, den Crash Beans, Carsten Rose und Jörg Hindemith war auch Annas Theatermeute am Start. Unser Part: Ein paar Sketsche und eine Büttenrede. Andreas Jäckel und Thilo Soworka gestalteten das Bühnenbild.

Der Aufruf: „Her mit den Kröten" stieß nicht so sehr auf taube dafür auf zu wenige Ohren. Aber was soll's, „Anna” konnte sich zwei Tage auf der Bühne austoben.





Natürlich hatte unsre ANNA auch eine Bütt' parat. Taraa, Taraa, Taraa.

Jammer, Jammer Sid Eisengurrer

O Thüringen! O Thüringen!
Du grünes Herz am Arsch der Welt,
du Kloß-Tyrann, du Bratwurst-Joch,
du selbstverliebter Faschingsscherz,
du lebensfrohes Steuerloch,
du Borkenkäferwonnegarten,
ständig krieg ich einen Harten,
wenn du nach außen trostgeil heschelst,
und doch nach innen schelmisch lächelst.

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

O Thüringen! O Thüringen!
Freistaat, was fürn stolzer Titel!
Doch frei von was? Frei von Landeskindern?
Denn der Schutz der Hetenehe,
aufgeklärte schwarze Kittel
und geil Viagra in der Nähe
konnte’s letztlich nicht verhindern,
dass die neuen Landeskinder
nicht an die Landesleichen reichen.

Doch die unbefleckte Abtreibung
der kommenden Bevölkerung
ist nur die eine Seite,
die andre ist die landesweite Pleite.
Die Jungen suchen’s Weite.
Sprich! Sie tun im Westen
Steuersäcke mästen.

Und jene hier, die sich stets ereifern, geifern:
„Die Alten und die Blöden
und die mit ohne Kröten
werden immer mehr.
Wo nähm die bloß die Eier her?“

Ja, wo nehm die bloß die Eier her?
Ist das nun Frage oder Klage?
Im Grunde is' doch drauf g’schissen!
Diese unsre Landesplage
kann’s ja eh nicht wissen,
wo sich die Eier nun einmal verstecken,
weil sie ständig Ärsche lecken.

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Das Reicht!
O Thüringen! Ich weiß, wir alle wissen,
damals hat’s dich angeschissen,
auf Berlin war’n alle heiß
und du warst der Preis,
was heißt, die Preußen und die Sachsen
sind nicht auf dem selben Mist gewachsen
wie deiner einer;
und während deiner einer
sich daraufhin, wenn’s passt, zum Westen zählt,
hat der echte deutsche Ossi dort Protest gewählt,
als gäbe es noch einmal Begrüßungsgeld.

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Schnauze! Und weiter im Text!
Ja, werte Nachbarn rechter Hand,
auch ich bin deutsch, und ich bin tolerant.
Es gibt nicht viel, wo’s bei mir klemmt,
kaum eine Abart ist mir fremd,
doch dieser Scheiß, der ekelt mich;
und ich mein nicht dieses Geschmeiß,
das so selbstherrlich in eurem Landtag hetzt.
Klar hätt ich da etwas im Repertoire.
Doch nein, zunächst mein ich
den Mob, der sich so ohne Kopp,
bei der Wahl ein’n kloppt und grunzt:
„Dän da ohm, hab ich’s gezeicht.”

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Gut. Nur Wut!
Doch wem die brauen Soße bis zur Unterlippe reicht,
dem sollte man nicht noch ungebeten
in die Eier treten.
Mein Stil ist das zumindest nicht,
viel lieber möchte ich,
wie’s meinem Naturell entspricht,
all den wichsenden Kamelen
dieses Sammelbecken anempfehlen.

Der Latex-Vegetarier-Arier
kann all die ominösen
Probleme zwar nicht lösen.
Doch das ist’s auch nicht,
was für seine Nutzung spricht.
Vielmehr schluckt er all die angestaute Wut
der Protestwahlbrut. Und Gut.
Auf die Bevölkerung hat das keine Auswirkung,
jeder weiß doch: Gummi schützt vor Ansteckung.

Auch er, quatsch es, ist nachweisbar
keinerlei Gefahr.
Seht!
Hinterm Schleier,
keine Eier.
Alles Wurscht.

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Oho Erfordia hejo!
Dir läutet zwar die Mutter aller Glocken,
doch Frohlocken ist nicht angesagt.
Es ist nämlich nicht der Zahn der Zeit,
es ist der Größenwahn, der an dir nagt.
Fünf Sterne machen kein Las Vegas,
und der Bahnhof, den du ohne Unterlass,
um deine Oper machst, ist die gleiche Seiche,
wie die Opern, die du übern Bahnhof machst.

Das Stadtsäckel ist gemolken,
die Eier hängen quasi in den Wolken,
sprich: Erfurt ist bankrott.
Und all die Träger stehen vorm Schafott,
schütteln ihren Kopf bestürzt,
denn ein Fünftel wird gekürzt.
Doch ohne Kopf ist man nur Hinterteil,
oder barsch der Arsch.
Geiz ist geil.

Und in den subvensionierten Narrensälen
haben die Herren gut Schunkeln,
da brauchen die keine Märchen erzählen,
da brauchen die nichts verdunkeln,
da geht denen niemand und nichts auf den Senkel,
und wenn einer scherzt über die,
da lachen die drüber, da lachen die mit,
und hau’n sich amüsiert auf die Schenkel.

Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Seit Jahren scheiden sich die Geister,
da die Ökos, da der Übermeister,
um ’ne Müllverbrennungsfabrik.
Auch ich war dagegen, doch dann machte es Klick.
Das bissl Müll, das wir aussortieren,
ließ sich locker deponieren,
doch der Müll, den die im Rathaus verzapfen,
ist nachweisbar eine Gefahr.
Den kann man nicht einfach mit Erde zudecken,
das gärt doch und brodelt und wallt
bis es irgendwann und knallt:

Am Bindeslebener Knie wachsen
Hakenkreuze aus der Erde.
Oder hat das jemand bezahlt?

Jammer, Jammer, Jammer, Jammer, Jammer-Ossi.

Schnauze Tanzmaus!

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