hasenjagd – Sid's prosaisches Lauftagebuch
ANNAKRAM e. V. ist Wortpate für „Anagramm“
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Thüringer Allgemeine, 16.7.2007, schreibt:


KLARTEXT:

Ballgeflüster statt Wortgefechte

Fußball: Kulturvereine messen sich ausnahmsweise auf dem Rasen /
Team von Radio Frei gewinnt den „Pokal der ehrenamtlichen Kulturarbeiter”

Einige von ihnen tummeln sich gewöhnlich auf kleinen Bühnen, teilweise hinter Mikrofonen. Statt Worten schoben sich jedoch Kultur- und Freizeitvereine am Samstag ausnahmsweise Bälle zu.

Von Steffen ESS

ERFURT.

Mit dem Fuß, was den einen oder anderen Kickerneuling beim Ausflug aufs unübliche Terrain doch vor gewisse Probleme stellte. Doch die gerieten auf dem Kunstrasenplatz Wustrower Weg in den Hintergrund. Spaß, Leidenschaft, Gemeinschaftssinn, Toleranz, Mut, Einsatz, Taktik, Witz – was beim Spiel mit Reimen und Versen wichtig ist, lässt sich doch ebenso auf den Fußball übertragen, dachte sich die Erfurter Kleinkunstbrigade Anna Kram, die anlässlich des zehnjährigen Bestehens das erste „Pokalturnier der ehrenamtlichen Kulturarbeiter” auf die Beine gestellt hatte. Freilich, ein kleiner Haken war dabei. In allen zehn Mannschaften, unter die sich auch der eine oder andere erfahrenere Fußballer gemischt hatte, musste über die gesamte Distanz mindestens eine Frau mitspielen. Deren Tore wurden sogar doppelt gezählt.

Klar, dass das kickende weibliche Geschlecht gefragt war. Wer keine Frau in der Elf hatte, der borgte sich eine. So wie die spontan eingesprungenen Oldies des SV Blau-Weiß 52, die mit Britt Hedrich Verstärkung von Anna Kram erhielten. Und nun ja, irgendwie landete ihr Neunmeter – halb Innenseite, halb Pieke – auch im Tor. Ausgerechnet im Ausscheid um Platz fünf gegen ihr eigentliches Gastgeberteams. Dass sie dieses beim 3:2 im Strafstoßschießen auf Platz sechs beförderte, war ihr fast gleich. $#132;Mein erstes Tor”, strahlte die Aktrice, die wie die sogar aus dem Spiel heraus erfolgreiche Michaela Jacob bei den Aufführungen eher für Wortgefechte zuständig ist.

Auf dem Kleinfeld blieben diese die Ausnahme, so dass die Schieris des Stadtfachverbandes leichtes Spiel hatten, das Ballgeflüster der Kulturkicker im Zaum zu halten.

Lediglich die Jungs und Mädels von Radio Frei riskierten eine kesse Lippe. Im Nachhinein. In der Gruppe blieben sie unbesiegt. Das Halbfinale gegen die Thüringisch-Kambodschanische Gesellschaft, die durch die komplett auflaufende Familie auch „FC Gutjahr” hätte heißen können, gewannen die Radiomitarbeiter auch. Und mit 2:1 zudem im Finale gegen die nicht minder motivierte und spielerisch auch mit am besten daherkommende Truppe von „Charityflirt”.

Der Lohn: der von OB Andreas Bausewein gestiftete Pokal und 250 Euro. „Davon gehen wir in der Engelsburg essen” entschied Radio-Frei-Frontmann André Neumann spontan. Dass es seinem Team Spaß gemacht hatte, stand außer Frage – wie bei den anderen Teams auch. Die Engelsburg-Crew etwa überlegte sich über Nacht mitzumachen und freute sich nach langer Findungsphase, im letzten Gruppenspiel mal bloß ein 1:2 kassiert zu haben – keine Spur von Enttäuschung wegen des letzten Platzes. Mit Frohsinn fieberten die Teilnehmer der abendlichen Verlängerung entgegen. Ganz besonders auch die Mitglieder von Anna Kram um Sigi Reisener, die im Gegensatz zu ihrem sonstigen Premieren erstmal Meinungen einholten, ehe sie von einer Neuauflage sprechen wollten.

Aber vielleicht stand auf vielen der Fragebögen ja „Zugabe”.


Bild 1:

HITZESCHLACHT: Mit den sommerlichen Temperaturen hatten auch die Teams der Engelsburg (blaue Shirts) und von Anna Kram ihre Mühe. Der Spaß kam aber nicht zu kurz. Foto: P. Riecke



 
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